Interview-Reihe – 6 Fragen an Marlo von Bold Foods

Gründen erfordert Mut, Leidenschaft und eine Vision. Die Lebensmittelbranche zählt zu einer der größten Branchen in Deutschland und die Konkurrenz am Markt ist enorm. Umso wichtiger ist es daher sich mit kreativen Ideen, einem innovativen Konzept und einem einzigartigen Unternehmen hervorzuheben.

Für diese Interview-Reihe möchten wir einen Blick auf die Gedankenspiele und Motivationen des Bold Foods Teams werfen, sprechen über das Thema Gründen und was das Team antreibt.

Im ersten Teil unserer Interview-Reihe stellen wir 6 Fragen an Marlo, Co-Founder von Bold Foods.

Gab es einen Auslöser für euch, der euch dazu gebracht hat, Bold Foods zu gründen?
Die Idee zu den unkonventionellen Burgern kam uns im vergangenen Jahr. Eine gewisse Unzufriedenheit bei dem in Deutschland vorhandenen Lebensmittelangebot und das unzureichende Produktangebot für eine bewusste und nachhaltige Ernährung waren hier sicherlich einer der Haupttreiber.

Mit Bold Foods schließen wir diese Lücke und bieten eine schmackhafte Alternative für den Fleisch- und Sojamarkt, die uns persönlich bislang gefehlt hat.

Ein Start-Up zu gründen kostet viel Energie. Was treibt dich jeden Tag aufs Neue wieder an?
Mich treibt das grundlegende Ziel von Bold Foods an echte und leckere Alternativen zu Fleischprodukten sowie  nahrhafte Angebote für Nahrungsmöglichkeiten zu schaffen, die die Umwelt schonen und diese überall verfügbar zu machen.

Warum ist Bold Foods mehr als nur haptische Produkte?
Bold Foods ist ein Lebensgefühl, weil es um unsere Zukunft geht. Dabei geht es nicht nur darum wie diese Zukunft schmeckt, sondern auch darum einen Lifestyle zu leben.

Bold Foods steht für eine neue Generation an Lebensmittelunternehmen. Wir sind frech und trauen uns starke Botschaften zu kommunizieren – ohne uns zu ernst zu nehmen und mit der richtigen Portion Spaß. Diese Philosophie widerspiegelt sich auch in unseren Kunden, die offen für Neues sind und mit ihrer Ernährung ein Zeichen setzen möchten. Unser Motto: Sei BOLD, trau dich mit deiner Ernährung die Welt zu verändern.

Warum ist es in unserer heutigen Gesellschaft so wichtig eine Alternative für Fleisch zu finden?
Als Gegenfrage – warum ist es in der heutigen Gesellschaft so wichtig Alternativen für Kohlekraftwerke zu finden? Oder Alternativen zu Plastikverpackungen? Beide haben einen direkten negativen Effekt auf unsere Umwelt und somit auf uns! Diese Effekte sind uns aber schon bekannt. Wenn wir über Fleischkonsum sprechen entdecken wir oft viele spannende Fakten, die so noch nicht im Allgemeinwissen zu finden sind.

Wir wissen, dass die Zahl der Weltbevölkerung stetig steigt. Ende Oktober 2018 waren wir 7,5 Milliarden Menschen und bis 2050 werden wir auf ganze 9,7 Milliarden Menschen wachsen. Das bedeutet insgesamt ca. 2,2 Milliarden Menschen mehr als heute. Bereits jetzt haben wir erhebliche Probleme den wachsenden Bedarf an proteinhaltigen Nahrungsmitteln zu decken und dabei den Planeten zu schonen. Das liegt vor allem daran, dass eine der hauptsächlichen Proteinquellen Fleisch ist.

Damit Fleisch auf unseren Tellern landet müssen wir die Tiere unter anderem mit Futter versorgen. Als Beispiel, bei der Produktion für 1 kg Rindfleisch werden 8 kg Futter benötigt sowie 15.000 Liter Wasser. Zudem kommt unglücklicherweise hinzu, dass Rinder viele Treibhausgas-Emissionen ausstoßen – für unser Erdklima eine Katastrophe. Bei einem Kilo Rind gelangen ganze 35 kg in die Atmosphäre. Doch nicht nur Rinder sind das Problem, denn viele Tiere haben eine schlechte Ökobilanz und verbrauchen neben Wasser und Treibhausgasen sehr viel Futter. Ganz im Gegensatz übrigens zu Insekten, welche ressourcenschonend in die Weiterverarbeitung gehen können und in puncto Effizienz bei Futter, Wasser sowie mit niedrigem Ausstoß von Treibhausgasemissionen überzeugen.
Stand heute ist, dass allein in Deutschland 60% aller landwirtschaftlich genutzten Flächen für Tierfutter genutzt werden. Ein wahnsinniger Prozentanteil. Die globale Dimension ist jedoch eine krassere. Hier sind es ganze 80% der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche, die für Tierfutter genutzt wird.

Im Angesicht der wachsenden Weltbevölkerung heißt das, dass wir nicht genug nutzbare Flächen haben, um diese ernähren zu können. Dies bedeutet ebenfalls, dass wenn der Fleischkonsum mit der wachsenden Bevölkerung steigt wir weitere Areale erschließen müssen. Das kann nur in Form von Waldrodungen geschehen.

So müssen wir uns unangenehme Fragen stellen. Was bedeutet es mehr Ackerflächen zu schaffen? Was heißt das für das Klima der Erde? Werden wir genug Waldfläche haben, um das Klima zu regulieren, um uns Sauerstoff zu spenden und die Artenvielfalt zu erhalten?

Was ist eure persönliche Vision für Bold Foods?
Bold Foods hat im Gegensatz zu einigen Wettbewerbern eine klare europäische DNA – darauf bin ich stolz. Meine Vision ist es Bold Foods als den führenden europäischen Player für alternative Proteinquellen im Consumer Retail Segment zu etablieren. Ich möchte mehr Menschen davon überzeugen, dass alternative Proteinquellen wie Insekten lecker schmecken und uns und unserem Planeten guttun.